Eigentlich

Ich hab Urlaub. Nicht nur paar Tage frei sondern richtigen Urlaub, so dass ich nicht mehr weiß wie arbeiten geht und ich sowohl körperlich als auch emotional Abstand zur Arbeit einnehmen konnte.

An diesem Abend bin ich noch etwas unterwegs, genieße den späten Herbst und freue mich über die freien Tage.

Während ich die Fußgängerzone entlang gehe, sehe ich in einiger Entfernung eine kleine Menschenansammlung stehen.
Langsam näher ich mich den aufgeregten Personen und höre kurze Wortfetzen
„…schlecht Luft…“
„…schon mal Herzinfarkt…“
„…schmerzen…“

Das kommt mir gar nicht recht. Ich verbringe einen großen Teil meines Lebens auf der Arbeit, in der ich täglich mit Ausnahmesituationen konfrontiert werde, die ich meist professionell meister.
Doch in diesem Moment habe ich
1. Urlaub und
2. keinerlei Equipment dabei.
Was soll ich machen, wenn er reanimationspflichtig wird? Oder wie soll ich ihm richtig den Blutdruck messen? Wie sieht sein EKG aus?
Und überhaupt habe ich frei. Ich brauche auch eine Pause.

Diese Gedanken schießen in Sekunden in meinem Kopf hin und her, während ich langsam auf den Mann am Boden zugehe.
Kurz schätze ich die Situation ein und treffe die Entscheidung.
„Guten Tag, Suprarenina mein Name, ich arbeite im Rettungsdienst, was ist passiert?“

 

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