(m)Ein-Satz

„Sie sind die Ärztin?“

„Nein, ich bin nur eine richtig gute und professionelle Rettungsassistentin.“

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Erkenntnisse (1)

Ich fahre zur Arbeit. Unterwegs wundere ich mich sehr, dass so wenig los ist auf den Straßen.
Da fährt kaum ein Auto, keine LKWs oder sonstiges.

Da fällt mir ein. Heute ist ja Feiertag.
Und ich muss arbeiten.

Dafür habe ich dienstags mal frei. Schade, dass da alle arbeiten.

Anmerkung:
Ich mag meinen Job, doch manchmal sind die Arbeitszeiten nicht sozialverträglich.

Award (1)

Von Blaulichtengel habe ich einen Award erhalten.

 

1.  Wie bist du zu deinem Blognamen gekommen?

Bei meiner Arbeit geht es oft stressig zu und es ist wichtig, immer Ruhe zu bewahren. Der Name stellt meine Lebenseinstellung und meine Persönlichkeit dar.

2.  Wie würdest du deinen Urlaub am liebsten verbringen?

In der Natur un der Stille.

3.  Was ist deine Lieblingsfarbe und warum?

Ich liebe die Farbe hellblau, sie siganlisiert Ruhe und ist die Farbe des Himmels.

4.  Wenn du eine Sache ändern könntest, was würdest du tun (egal, was muss nicht persönlich sein)?

Dass kein Kind der Welt hungern oder Angst haben muss.

5.  Was tust du in deiner Freizeit am liebsten?

Lesen und Sport.

6.  Treibst du Sport und wenn ja welchen?

Wenn die Zeit es erlaubt bin ich draußen, entweder mit dem Rad oder auf den Beinen.

7.  Wenn du einen Tag mit einer Persönlickeit verbringen könnest, mit wem würdest du dich treffen?

Spontan fällt mir dazu keine Person ein.

8.  Was würdest du mit dieser prominenten Person unternehmen oder doch nur reden?

Wenn dann nur reden.

9.  Wenn du noch einmal Kind wärst, was würdest du am liebsten tun?

Mir einen Hund schenken lassen 🙂

10. Beim Naschen: eher Süßes oder Salziges?

Unterschiedlich, aber eher Salziges.

11. Was wolltest du schon immer einmal Verrücktes oder Ausgefallenes tun (vielleicht traust du dich ja auch nur bisher nicht)?

Den Ärmsten aller Ärmsten helfen.

 

Ich bedanke mich auf diesem Weg sehr herzlich bei Blaulichtengel und freue mich darüber.

Ob ich den Award weitergeben werde kann ich momentan nicht sagen, die Zeit wird es zeigen.

Beruhigend

Es ist draußen dunkel. Und wenn es dunkel ist, macht man eines: Schlafen.
Das ist so der normale Ablauf.
Manche können nachts nicht schlafen, vor Schmerz, vor Sorgen, vor Lärm.
Und andere dürfen gerade nicht schlafen, weil sie einen Motor bauen oder bedienen oder operieren oder waschen oder retten.

Ich habe mal wieder Nachtdienst, ist nichts außergewöhnliches.
Heute jedoch bin ich außergewöhnlich müde.
Der Patient liegt auf der Trage, er ist stabil.
An seinem Finger ist ein Clip befestigt.
Auf dem EKG sehe ich paar Zahlen, alle im Normbereich.
Ein leises Piepsen füllt den RTW aus.
Es hört sich heimelig an.
Hier bin ich zu Hause.

Vorstellung(en)

Wenn man eine neue Arbeitsstelle antritt, gehört es dazu, dass man sich vorstellt.
Gerade im Rettungsdienst legen wir einen großen Wert drauf.

Zu meinen Anfangszeiten wurde ich oft gefragt:
„Oh, neue Kollegin? Machst du FSJ oder bist du Bufdi?“

Meine regelmäßige Antwort war immer:
„Ja genau, so ähnlich.“

Und freue mich innerlich über die erstaunten Gesichter im Einsatz.

Ich habe es fast vergessen

Ich habe mal wieder Dienst. Die Zeit dümpelt so vor sich hin, der eine liest, der andere hat die Augen geschlossen und der dritte sucht was im PC. Ist ziemlich ruhig heute.

Plötzlich geht der Melder und zwei Leute springen auf. Mein Kollege und ich gehen zum Auto und drücken den Status auf dem Funkhörer. Sofort erhalten wir die Einsatzmeldung und die Adresse, die wir nicht mal in das Navi eingeben müssen.

Es handelt sich um einen Herrn mittleren Alters, der in die Psychatrie eingewiesen werden soll. Warum das jetzt ein RTW machen muss ist ein wenig seltsam, aber was solls.

 

Ich bleibe hinten bei ihm, mein Kollege schaut ab und zu in den Rückspiegel, mit dem Daumen siganlisiere ich ihm „alles okay hier“.

Wir reden miteinander. Er erzählt mir von seinem anstrengenden Job, seiner demenzkranke Mutter und den kleinen Kinder, die nun bei seiner Schwester sind. Ihm wächst das alles über den Kopf, es ist ihm alles zu viel. Ich sage nicht viel, ich höre einfach zu und lasse ihn seine Ängste von der Seele reden.

Bald sind wir da, noch paar Kilometer. Leise kläre ich ihn über das nun folgende Procedere auf und dankbar nickt er.

Beim Verabschieden sage ich ihm: Es gibt einen, der nur einen Atemzug weit entfernt ist. Einen, der Ihnen immer zuhört.

Zweifelnd und gleichzeitig hoffnungsvoll sieht er mich an, ich nicke nochmals zur Bestätigung meiner Worte.

In diesem Moment zieht ein trauriger und doch froher Zug über sein Gesicht und leise sagt er mir: Vielen Dank.. ich habe es fast vergessen.

Das Besondere

Es ist viel los, genau so wie beim Pflegepersonal.
Jeder möchte was und gerade ist das Trinken herausgeholt, geht es schon weiter.
Jeder will seine Sachen sofort und niemand kann warten.

Das ist der große Unterschied.
Natürlich ist bei uns viel los und wir müssen innerhalb kurzer schwerwiegende Entscheidungen treffen. Oft müssen wir improvisieren und haben nicht die nötigen Fachärzte an Bord.
Doch wir haben eines. Wir haben Zeit.
Zeit um um uns um den Patienten zu kümmern. Es gibt keinen anderen, der gerade auf die Toilette muss oder der Durst hat oder dessen Infusion durchgelaufen ist.
Wir haben (normalerweise) immer nur diesen einen, dem wir unsere gesamte Aufmerksamkeit zeigen können.

Wir sind nicht besser.
Wir haben es nur manchmal besser.

Mr. 14G

Synkope; RTW ohne Notarzt

Wir fahren zum Einsatzort, es ist ein Schnellimbissrestaurant.
Vor der Tür steht eine Frau die aufgeregt winkt.
Den Rucksack geschnappt und das EKG umgehängt eilen wir hinein.

In der Toilette liegt ein junger Mann, blass im Gesicht und unkontrolliert zuckend.
Schnell spule ich die nächsten Maßnahmen ab. Immer kurz überlegen, Plan machen und dann erst handeln.
Der Kollege hat schnell das Pulsoxy dran geklippt und ich frage die Umstehenden knapp nach Situation und Vorerkrankung, während ich das Handy und die Pupillenleuchte nehme.
Wir erfahren, dass der Mann bekannte Epilepsie hat, die Pupillen sind weit und lichtstarr und der Notarzt befindet sich auf Anfahrt.
Während wir kurz die restlichen Basismaßnahmen abarbeite, spicke ich zu den Venen hinüber, doch was ich sehe (oder auch nicht), lässt mich schlucken, zum anderen krampft er immer noch.
„Hmm, weißt du wer kommt?“
„Soweit ich weiß kommt Dr. 14G“

In diesem Moment sieht das dunkle Klozimmer viel heller aus, denn wenn Dr. 14G kommt, ist alles wieder gut.

Dr. 14G ist Anästhesist und egal was ist, er ist immer ruhig. Die Situation droht zu eskalieren, er deeskaliert. Ist da eine Frau im Ausnahmezustand, er beruhigt sie. Ein weinendes Kind lacht wieder und das Beste ist, er trifft einfach jede Vene (zumindest fast jede).

Ich atme tief durch, gleich ist das NEF da.
Dieser Einsatz wird gut ablaufen.

Der diensthabende Neurologe

Wir haben uns gerade gesehen, zwischen Tür und Angel. Kurze Übergabe, kleines Lächeln, schnelles Gehen.
Es ist einiges los in der Notaufnahme und alle wollen oder müssen oder sonst was ins Krankenhaus.

Kurz vor Feierabend bringe ich wieder einen Patienten. Und dann steht er schon wieder da.
Müde lächelt er und wir unterhalten uns.
Nach dem Gespräch ist nicht nur sein Lächeln fröhlicher geworden.