In eigener Sache

Für die, die sich wundern, dass ich hier keinen Ton über aktuelle Geschehnissen verliere.
Nein, sie gehen nicht an mir vorbei und trotz Dauer-Diensten bekomme ich alles sehr gut mit.
Ich möchte mich jedoch sowohl hier im Blog als auch im Internet allgemein strikt neutral gegenüber allen politischen Themen verhalten, soweit es mir zumindest gelingt.
Ich möchte in keinster Weise eine bewertende oder anklagende Äußerung treffen, selbst wenn dies hier meine eigene und persönliche Seite ist.

Vielen Dank für euer Verständnis.

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Wenn alles schief läuft.

Nein, heute lief nicht alles schief. Es gab natürlich auch positive Dinge und diese vergesse ich selbstverständlich nicht.
Jedoch überwiegte heute das negative und mit einem schalen Nachgeschmack fahre ich nach Hause.
Es ist schon dunkel und irgendwie beruhigt mich diese Stimmung. Alles scheint gedämpfter und entspannter.
Auch ich beginne mich langsam zu entspannen und versuche, diese Schicht hinter mir zu lassen.
Im Gedanken arbeite ich nochmal jeden Einsatz ab. Hier habe ich eine wichtige Maßnahme vergessen, da klappte der Zugang einfach nicht. An einer anderen Stelle reagierte ich gereizt, wo Ruhe viel mehr bewirkt hätte und eine Patientin musste mehr Schmerzen ertragen. Verschiedene Nachrichten finden ihren Einzug in meine Gedankenwelt und ich frage mich, wieviel Hass in den Menschen steckt.
Während ich darüber nachdenke, perlen diese negativen Empfindungen wie Wasser auf einer wunderschönen Lotusblüte ab und mit jedem gefahrenen Kilometer lasse ich einen Teil der Sorgen zurück.
Heute werde ich mich ins Bett legen und die Decke über den Kopf ziehen, weil ich will, dass dieser Tag vorbei ist. Aber um Mitternacht werde ich wissen, dass ein neue Tag beginnt.

z.n. Dienst

Die nette Verkäuferin in der Bäckerei quatscht mit den Kunden vor mir:
… Ja, genau, wir arbeiten immer bis 17 Uhr abends. Das ist richtig anstrengend, 11h zu arbeiten.“

Mitfühlend nicke ich heimlich mit.
Ich bin gerade auf dem Weg nach Hause, habe keine Minute geschlafen.
Erst hatten wir einen Bewusstlosen, dann unglaublich lang reanimiert. Zu guter Letzt mussten wir aggressive Menschen bändigen. Zwischendurch gabs noch paar Kleinigkeiten.
Ganz unauffällig muss ich gähnen. 12 Stunden sind sehr anstrengend.

Dienstgedanken (5)

Verschlafen stolper ich Richtung Auto. Der Ort sagt mir überhaupt nichts, was aber nichts zu sagen hat, denn in der Ecke bin ich sehr selten unterwegs.
Zum Glück haben wir Navis. Die grobe Richtung kennen wir, doch den Ort? Nie gehört.
Einige Sekunden später haben wir die Adresse. Da gehen sogar meine übermüdete Augen etwas weiter auf: „So weit!?“.
Was solls, fahren müssen wir und unterwegs schaue ich schnell nach, welches Krankenhaus das nächste ist. Ein Glück – unsere Stammklinik ist tatsächlich im engeren Kreis, ich habe auf jeden Fall ein Argument.

Wir sind angekommen. Der Patient erwartet uns schon. Alles halb so schlimm. Er muss ins Krankenhaus, das ist klar. Aber er hätte, wenn er selber gefahren wäre, schon längst in Behandlung sein können.
Dafür durfte er mal Rettungswagen fahren. Ist ja auch mal ein Erlebnis, oder?