„Du hast aber gesagt…“

Ich höre diese Worte nur in Gedanken, sie wurden nie laut ausgesprochen.

Doch ich weiß ganz genau, dass sie das denkt. Ich weiß, dass sie sich an diesen Moment erinnert, in dem ich es ihr gesagt habe. Ich weiß, dass sie denkt, dass sie gehofft hatte und es doch anders wurde. Ich weiß, dass sie an ihre Angst denkt. 

Ich sehe sie vor mir, klein, hellbraune Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie ist so alt wie meine kleine Schwester. Ich sehe die Treppe, die ich gerade herunter gegangen bin und lese die unbeschreibliche Angst in ihren Augen. Ich höre mich noch selbst antworten: „alles wird gut, dein Papa ist nur gestützt.

Drei Worte. 

Sie hört sie jetzt auch. Auf dem Friedhof.
Auch wenn ich nicht schuld bin an dem Tod ihres Vaters, vergesse ich nie, was ich gesagt habe. Das war das letzte Mal, dass ein Mensch von mir hörte, dass ja „alles gut wird“.

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