02 Uhr 37

NA: Hmm, ich glaube, so kommen wir nicht weiter…

RA: Etwas L. dazu?

NA: Ja genau.

36 Sekunden später

RA: Hier das L. 5mg.

NA: Wollte ich doch gar nicht!

(Aus dem Mund, aus dem Sinn)

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Dienstgedanken (1)

* Warum sind die netten Leute so krank und Gesunde beschweren sich.

* Weshalb achten wir streng auf Hygienevorschriften und in Kliniken und Heimen sind Infektpatienten nicht isoliert.

* Kachektische Omas bemitleiden uns, dass wir sie zwei Stufen tragen müssen, adipöse Patienten pochen auf ihr Recht(?).

* Warum wissen die andern immer besser, was man hätte tun können.

* Und einiges mehr….

Schockraum

„Es kommt gleich ein Polytrauma, männlich, vom Auto überfahren.“
An den Worten, ruhig in den Raum gestellt, lässt sich keine Dramatik ableiten doch im gleichen Atemzug läuft die Alarmierung, automatisch, als handle es sich um die Gerinnungskaskade nach einer Verletzung.
Innerhalb kürzester Zeit trifft das Schockraum-Team ein, ohne Hektik werden die letzten Handgriffe getätigt und kurz der Ablauf abgecheckt.
Jeder kennt seinen Platz, keiner steht im Weg, der RTW bringt den schwer verletzen Mann hinein.
Jetzt ist höchste Konzentration gefragt.
Jetzt kommts darauf an.

(Fortsetzung folgt…vielleicht)

Die Kraft des Lebens

Ein paar Minuten bleiben uns, während meine Kollegin die Anmeldung erledigt und nach einem freien Zimmer und der Krankenpflegerin Ausschau hält. Wir stehen im Flur und unterhalten uns. Fragen über Krankheit und Gesundheit, Kinder und Familie.
Dann stellt sie mir die Frage: „Wie schaffen Sie das?“
Es geht nicht um das Tragen der schweren Patienten, damit ist nicht das Autofahren gemeint oder der Umgang mit technischen Geräten.

Und gerne gebe ich ihr die Antwort.
Ich kann alles durch den, der mich stark macht – Gott.

Todesmutig

Er zieht aus der Straße heraus, das schafft er schon mit seinem großen Auto. Die anderen sind nicht so schnell.
Denkt er.

Sie sagt mir, sie fährt immer so. Der Gurt ist nicht so wichtig, bis jetzt ist nie etwas passier, warum sollte auch was passieren. Sie fährt doch gut.
Sagt sie.

Er joggt am frühen Morgen, er ist eine Sportskanone, läuft mindestens zwei Mal im Jahr Marathon.
Doch reflektiertende Kleidung braucht er nicht unbedingt, er denkt schon, dass der Autofahrer einen laufenden Menschen sehen wird.
Meint er.

So schlimm wird es nicht sein, mein Kind fährt vorsichtig auch ohne Helm, kennt die Regeln und auf diesen kurzen Strecken passiert nichts.
Glauben sie.

Er verliert sein Leben.
Sie wird aus dem Auto geschleudert.
Er landet schwer verletzt im Schockraum.
Sie bangen auf der Kinderintensivstation.

Es mag mutig sein.
Vorallem TODesmutig.

Von Hundert auf Null

Lisa ist eine unserer Kolleginen, sie arbeitet zwar nicht im Rettungsdienst, aber wir haben oft mit ihr zu tun, denn sie ist in der Notaufnahme des Krankenhauses beschäftigt. Man kennt sich, man sieht sich, man wohnt im gleichen Ort und die Kinder besuchen die gleiche Schule.

Eines Tages, es ist früher Nachmittag, werden wir zu einer bewusstlosen Person alarmiert. Es kann alles sein, oder vielleicht nichts, mal sehen.
Schon von weitem sehen wir eine Menschenmenge stehen und auf eine Person starren, die etwas macht. Näher kommend sehen wir, dass ein Mann schon eine Laienreanimation durchführt.
Schnell packen wir unsere Ausrüstung aus, die Paddles kleben auf dem Brustkorb, der Ersthelfer wird abgelöst, der Zugang sitzt, Suprarenin ist drin und im Handumdrehen ist der Patient intubiert. Jetzt gehts ums Drücken, Beatmen, Injizierten und Fremdanamnese betreiben.
Laut Umstehender ist der Patient einfach umgekippt, äußere Verletzungen finden wir durch den Aufprall (Abschürfungen).
Die Frage, ob jemand den Patienten kennt wollen wir stellen, doch schon bevor wir die Antwort bekommen, sehe ich nochmal genau hin.

Es ist Lisa.