Geburtshilfe

Werdende Mutter, nicht Erst- Gravida, zwischen zwei Wehen(Kind ist am zwar Beckenboden, mit dem Köpfchen noch drinnen):

„Können Sie es nicht einfach so rausziehen?“

=)

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Elternlos

Der kleine Junge weiß gar nicht genau, was passiert ist.Sein Vater möchte nun am frühen Nachmittag einige Arbeiten erledigen, die im Laufe des warmen Vormittags liegengeblieben sind. Plötzlich jedoch sieht er, dass Vati ganz komisch wird. Er legt sich hin (oder fällt er? das kann er nicht so genau sehen), atmet komisch und dann ist Ruhe.

Jan geht zu seinem Vater. rüttelt ihn am Arm und fragt ob ihm was weh tut, doch sein Vater reagiert gar nicht mehr auf ihn. Irgendwie ist es ihm nicht so ganz geheuer und er läuft schnell ins andere Zimmer und holt die Mutter.

Seine Mutter kommt schnell hergelaufen, sie wollte eigentlich auch ihrem Mann helfen, nachdem sie ihre Arbeiten erledigt hat.

„Peter?“ ruft sie laut, doch Peter reagiert nicht, sie zwickt ihn, sie rüttelt ihn, doch er hört einfach nicht die Stimmen. Jan fängt an zu weinen „Mama, warum ist Papa so komisch, ist er krank?“ Seine Mutter ist ganz durcheinander, das merkt er, sie stolpert die Treppe ins nächste Stockwerk hinauf, holt schnell das Telefon und ruft an – 112 -. Mama sagt irgendwas von „auf dem Teppich liegen“ und „nicht reden“ „komische Gesichtsfarbe, ganz blau“. Jan fängt immer lauter an zu weinen und im Haus hört er seine Babyschwester schon schreien, doch seine Mama hört nicht drauf, sonder ruft immer weiter nach Vati und klopft ihm auf die Wange. Babyschwester schreit schon ganz laut, er merkt, dass Mama keine Notiz von ihr nimmt und läuft ins Kinderzimmer hinein und schaut nach der kleinen Schwester.

Dann hört er schon ganz laut das „Tatütata“- „die kommen zu uns“, sagt er laut zu seiner Schwester, „Papa ist krank und die machen ihn gleich wieder heile, dann wird Mama wieder lachen, nicht weinen, Babyschwester, Papa ist gleich wieder gesund, ja?“

Da sieht Jan ein, zwei, drei, vier Menschen in sein Haus laufen, die laufen ganz schnell zu Papa und wollen ihm helfen. Er muss jetzt bei seiner Schwester bleiben, die soll nicht weinen und alleine sein. Aber dann hört er jemand kommen, seine Cousine, die ist schon groß, die kann die Babyschwester rausholen und trösten. Da kann er schnell zu seiner Mama und zu Vati gehen und vielleicht kann er bisschen mithelfen.

Da sieht er die Menschen mit den Koffern, Taschen und anderen Geräten um Papa knien. Warum steht er nicht auf?Sie knien alle um Papa und der eine drückt ganz fest auf seine Brust, der andere steckt einen Schlauch in Papas Hals und der dritte nimmt eine Spritze und holt aus einem Glasfläschen irgendein Wasser. Seine Mama steht daneben und weint und schaut den Vater an und weint noch mehr. „Mama, die tun doch Papa weh,  machen die ihn auch heile?“

Da schaut einer der Menschen mitfühlend auf ihn und seine Mutter „Vielleicht gehen Sie hinein und schauen nach ihrer kleinen Tochter? Wir geben unser Bestes um Ihren Mann zu retten. Wenn sich was ändert, geben wir Ihnen sofort Bescheid.“

Jan und seine Mutter gehen engunmschlungen zu Babyschwester, die große Cousine hat ihre Mutter geholt , das ist die Schwester von seinem Papa, und da sitzen sie zu viert und denken ganz stark an Papa und hoffen, dass die Menschen, die soviel gute Geräte haben, ihren Vater wieder gesund machen können.

Aber plötzlich klopft es an der Tür und ein großer Mann geht hinein, Jan kann ein großes „N“ auf seiner Jacke erkennen. Dieser Mann schaut ihn und seine Mutter traurig an und sagt mit einer leiser, lieben Stimme: “ Es tut mir sehr leid, wir konnten Ihrem Mann nicht mehr helfen. Er ist gestorben“. Seine Mutter schreit los und auch seine Tante fängt an zu weinen. Jan versteht nichts, was ist los, ist Papa nicht mehr gesund, warum machen die nichts mehr? Seine Mutter nimmt ihn ganz fest in die Arme und sagt unter Tränen: „Mein lieber Junge, dein Papa ist tot, die Männer haben es nicht mehr geschafft, ihn heile zu machen, wir haben keinen Papa mehr.“

 

In diesem Moment scheint es Jan, als würde aus dem kleinen Jungen, der er vor zwei Stunden war, plötzlich ein großer Mann. Tief in sich meint er Vaters leise Stimme zu hören: „Mein Jan, ich bin gegangen, du bist nun der Mann in der Familie, pass auf Mama und deine Babyschwester auf.“

Und in seiner Seele beginnt der kleine Mann zu begreifen, dass sich alles, ja wirlich alles geändert hat.