Aber ich dachte…

„Ja, ich wollte nicht gleich mit einer Chemiekeule los, dann habe ich halt Globuli gegeben. Aber nach drei Wochen hats nicht aufgehört…“

Okay, DAS erklärt vielleicht eher die Sepsis. Harnwegsinfekt hier, verschleppter Atemwegsinfekt, dicke Lungenentzündung da.
Einmal Intensiv (und hoffentlich auch bald zurück…)

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Manchmal..

„Oh, das ist aber falsch. Das müssen Sie anders machen.“

„Okay, warum?“

„Das hab ich so gelernt. Im Erste-Hilfe-Kurs.“

„Okay, falls der Moment kommt, in dem Sie Rettungsdienst und Notarzt benötigen, brauchen Sie nicht mehr anzurufen. Wir sind schon da.“

Erlebt sicher jeder RD-ler auf die eine oder andere Weise.

Endlose Reise

Die Kollegin wird abrupt aus ihren Gedanken gerissen. Der Melder geht und ein neuer Einsatz ruft. Es geht zu einer bewusstlosen Person. Während sie den Doktor aufnimmt, nimmt ihr Gehirn eine ungewöhnliche Abkürzung war.
Schon in diesem Moment funkt die Leitstelle:
Zur Information: es handelt sich um ein 4 Monate altes Baby. Die Mutter hat bereits mit Reanimationsmaßnahmen begonnen.
Totenstille.
Es ist, als halte der gesamte Kreis den Atem an. Unbeteiligte Kollegen spüren einen kalten Schauer, andere schlagen sich die Hand vors Gesicht. Niemand wäre gerne an ihrer Stelle.
Die beiden betroffenen Autos düsen durch die Straßen. Es wird nicht gesprochen.
Sie sieht ihre Ärztin auf dem Sitz. Bleich, ratlos, geschockt.
Auch sie hat ein einziges Gedankenkarussell in ihrem Kopf. Sie hat selber Kinder, Nichten und Neffen. Sie will nicht weiterdenken.
Während sie mit Vollgas durch den Verkehr jagt und alles aus dem Auto herausholt, wünscht sie sich trotzdem so sehr, nie, nie ankommen zu müssen.
Nie!

Bemerkung: Diesen Einsatz fuhr nicht ich und darüber bin ich auch sehr dankbar. Doch es gibt viele Kollegen, die solche Erfahrung leider machen mussten.