Freitagsfragen

Heute wieder mit sehr schönen Fragen von der Brüllmaus, so dass ich mich entschieden habe, mitzumachen.

1.) Kannst Du Dich anderen gut anvertrauen?
Ich denke schon, es kommt natürlich auf die Person an. Die Frage ist immer, ob ich es auch will; da lautet die Antwort nein.

2.) Führst Du Tagebuch? Warum/ warum nicht?
Ja, schon als Kind angefangen und (leider immer wieder mit Unterbrechungen) bis heute durchgezogen. Als Kind fand ich es spannend, als Teenie notwendig. Einsatztagebuch zu führen hilft mir, am Ende des Tages zu reflektieren, außerdem kann ich so viel schneller neue Beiträge zusammenstellen. Und jetzt als Erwachsener schreibe ich gerne Tagebuch, weil ich damit eine Art Vermächtnis schaffen will.

3.) Was fandest Du als Kind am Erwachsensein toll, was sich als gar nicht so toll herausstellte?
Als Kind dachte ich, dass es immer so toll ist, wenn man einfach so weg gehen kann, ohne, dass man jemanden fragen muss, oder Bescheid geben muss. Als Erwachsener denke ich, dass dieses „Bescheid geben“ und „fragen“ eine schönes Zeichen der Liebe und Fürsorge war.

4.) Die Wahl der Qual: Einen Shitstorm auslösen oder völlig von der Internetwelt ignoriert werden?
Ignoriert zu werden. Finde ich nicht so schlimm, ist ja nicht Real Life

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Coming home

Der Konvoi zieht über die Autobahn. Ein schweres Fahrzeug nach dem anderen dröhnt über den heißen Asphalt. In einem der Fahrzeuge sitzt ein junger Mann, der zwar seine Augen auf die Fahrzeuge vor ihm gerichtet hat, seine Gedanken aber mehrere tausende von Kilometer weit weg sind.
Sein Auslandsaufenthalt neigt sich dem Ende zu, die letzten Jahre waren nicht immer einfach gewesen, doch nun kann er sich endlich auf seine Heimat freuen. Weit entfernt auf einem anderen Kontinenten wartet seine langjährige Verlobte, das Hochzeitsdatum steht schon lange fest und Freunde und Familien warten auf diesen lang ersehnten Tag.

Plötzlich steigt ein scharfer, unangenehmer Geruch in sein Nase. Ein Geruch, den er schon lange nicht mehr gerochen hatte, den er aber nie vergessen kann. Panik steigt in ihm hoch und unruhig schaut er sich im Auto um. In diesem Moment sieht er die Flammen und alles wird anders.

 

An diesem heißen Samstagnachmittag dümpelt die Zeit vor sich her. Die üblichen Aufgaben sind erledigt und die Retter sitzen in der Sonne und warten auf ihren Einsatz, als der Notfallmelder sie aus der Lethargie reißt.
Dieses Mal scheint es ein Großaufgebot zu sein und neben dem Rettungswagen und dem Notarzt fahren auch mehrere Streifenwagen und Feuerwehrfahrzeuge Richtung Autobahn.
Schon einige Kilometer von der Unfallstelle entfernt sieht man eine starke Rauchentwicklung, die es unmöglich macht, zu nahe an die Unfallstelle heranzukommen.
Man sieht eine ganze Gruppe Soldaten, die Betroffenheit ist in ihren Augen zu lesen, einigen fließen Tränen über die braungebrannten, harten Gesichter, während die anderen unzusammenhängende Sätze stammeln: „he was crying… screaming… why?“.

Meine Kollegin steht wie erstarrt vor diesem Schauplatz, der für viele Menschen ein schrecklicher Albtraum geworden ist. In ihrem Gesicht sieht man Angst und Schrecken und eines weiß ich: sie wird nie vergessen, wie der junge Mann dort in den Flammen seinen Tod fand.
Ja, er war auf dem Weg nach Hause, sein Herz war schon dort, wo seine Lieben auf ihn warten. Doch es kam alles, alles anders.