First rule

Einsatz mit Sonderrechten, irgendwo am Stadtrand. Der Kollege fährt, wir sind beide etwas müde.
Die Einsatzmeldung lässt auch zu wünschen übrig, der Kollege auf der Leitstelle kann aus dem Anrufer kaum Informationen herausbekommen.

Wir sind da, wir werden schon erwartet. Es handelt sich um einen jungen Mann mit seltsamen, unerklärlichen Symptomen.
Ruhig betreten wir die Wohnung und sehen schon den Patienten auf dem Boden liegen.
Um ihn herum eine Menge Menschen.

Während wir den jungen Mann versorgen und versuchen, die Situation zu beherrschen, fällt mir ein, dass wir einen wichtigen Gegenstand vergessen haben und schicke ihn zum Auto.
Währenddessen vervollständige ich meine Diagnostik.
Plötzlich mache ich die erschreckende Feststellung, dass ich komplett allein bin. Allein in einer Gruppe Männer, die nach außen keinen vertrauenserweckenden Eindruck machen. Ich lasse es mir nicht anmerken, jedoch habe ich ein sehr beklemmendes Gefühl, während ich mit routinierten Handgriffen einen venösen Zugang lege.
Da höre ich die Schritte meines Kollegen und am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen, da er so schnell wieder da war.

Harmonisch arbeiten wir beide zusammen und bringen den Patienten ins Krankenhaus. Im Sekundentakt hallt der Satz in mir wieder: Safety first – safety first – safety first.

Und wieder führe ich mir vor Augen, dass die Regel Nr 1 nie, in keinem Fall vergessen werden darf.
Sicherheit geht immer vor und nie sollte ein Team, nur im aller äußersten Notfall, getrennt werden.

Safety first!

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