Und ihr?

„Wir sind dann wieder einzatzklar.“

Kurze Stille.

„Bist du persönlich auch wieder einsatzklar?“

Die mitfühlende Stimme des Kollegen am Funk lässt mich kurz innehalten. Zwei Sekunden später gebe ich ein kurzes „Jawohl“ durch und wir fahren los.

Hinter uns liegt ein Schlachtfeld. In der Tat ein Schlachtfeld, dessen wiederherstellung und Räumung noch Stunden dauern wird. Noch länger wird das Heilen der Verletzungen dauern und ungewiss wird die Dauer der seelischen Wunden sein.

Wir waren dabei. Es war kein einfacher Unfall, es war kein schwerer Unfall. Es war ein schrecklicher Unfall. Es war nicht ein normaler Einsatz und auch kein außergewöhnlicher Einsatz, nein, es war ein außerordendlich grauenhafter Einsatz. Ein Notfall, den wir nie vergessen werden, ein Tag, der sich immer in unsere Erinnerung einbrennen wird und eine Stunde voller Angst, Anspannung und Sorgen, die nicht mit dem Ende der Schicht wie die Einsatzkleider auf der Wache zurückgelassen werden, zurückgelassen werden können.

Es werden Bilder durch unsere Köpfe gehen, die wir nicht vergessen können. Es werden Stimmen zu hören sein, die uns erschrecken und Weinen, das uns verfolgen wird. Worte und Bilder werden einige von uns viele Nächte nicht ruhig schlafen lassen und mancher könnte sogar daran  zerbrechen.

Es war ein Einsatz, den man nicht so schnell vergessen kann. Den man vielleicht nie vergessen wird. Wunden heilen, Bilder verblassen, Stimmen werden leiser und Gedankengänge lassen uns in Frieden. Jedoch braucht es nur ein kleines Wort, ein kurzes Bild und sofort werden die Geschehenisse präsent.

Das ist der Preis, den wir zahlen müssen, wenn wir anderen helfen. Es liegt ein großer Segen darin, anderen zu helfen, jedoch muss man immer mit der Gewissheit in den Tag gehen, dass dieser nicht nur Angehörige, Patienten und Freunde sondern auch dich mit Tränen in den Augen einschlafen lässt.

 

 

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