Höchste Zeit

Ich muss mal meinen Notarzt anrufen. Ich weiß nicht, wo er gerade herumläuft, brauche aber dringend etwas.
Ich tippe die Nummer ein…
Tü-tü-tü…kein Anschluss unter dieser Nummer
Wahrscheinlich habe ich mich verwählt, ich tippe die Zahlen nochmal ein, doch wieder kommt das gleiche.
Etwas verwirrt tippe ich höchst konzentriert die Nummer abermals ein… Und wieder ist die Verbindung nicht möglich.
Etwas genervt drehe ich mich um und suche die Telefonliste.
Plötzlich fällt es mir ein.
Ganz ruhig drehe ich mich zurück, gebe die Zahlen ein und kurze Zeit später spreche ich mit meinem Beifahrer.
Dann hole ich tief Luft und denk dran:
Ich brauche einfach Urlaub.
Es war nämlich die Zahlenkombination für einen Entsperrungscode meines Handys.
🙂

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Einfach Leben

Es gibt Menschen, die sind schwer krank. Menschen, die an Maschinen hängen, die ihnen das Leben erhalten. Diese Menschen warten auf eines: ein Spendeorgan. Sei es eine Niere, die Leber oder das Herz. Wenn jemand ein Spendeorgan braucht, ist er schwer krank und hat es verdient (ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion anführen, dafür ist mir das Thema zu ernst).
Doch was bedeutet dies, auf ein Organ zu warten!?
Es heißt zu warten, dass da draußen in der Welt ein, am besten gesunder junger Mensch stirbt und seine Organe freigibt.

Lapidar gesagt: man hofft, dass jemand stirbt.
Jeder von uns möchte leben. Am Leben hängt jeder. Und jemand, der schwer krank ist, möchte auch leben und wünscht sich sehr die Möglichkeit, gesund zu werden.
Doch es muss jemand sterben, damit ein Leben weitergeführt wird, ja sogar von neuem beginnt.
Zu meinen, dass es jeder verdient hat zu leben, ist einfach.
Zu akzeptieren, dass einer sterben muss, damit einer leben kann ist schwieriger.

Das gilt nicht nur dem Dialysepatienten, der auf seine Niere wartet.
Nein, es gilt uns allen.
Einer musste für dich sterben, damit DU leben kannst.

Anfang und Ende

Es gibt nichts neueres auf der Welt als ein neugeborenes Kind. Und wenige Wunder sind herzergreifender und so freudevoll wie die Geburt eines Babys.
Und wenig ist trauriger und an die Substanz gehend als ein Notfall mit Kindern und wenig zerreißt das Herz so sehr wie das Leiden eines jungen Menschen.
Wenn Eltern ihr Kind in den Händen halten und wissen, dass es eine kleinere Überlebenschance hat als die Größe eines Staubflöckchens.
Wenn sie ihr Kind auf der Intensivstation sehen und ihnen klar wird, dass es, wenn es überlebt, anders sein wird als andere Kinder.
Wenn sie mit den Ärzten besprechen müssen, ob alles gemacht werden soll oder ob das Kind nun in Frieden ruhen darf.

Wenn die Stille einkehrt, die Überwachungseinheit stumm gestellt wird und die Eltern akzeptieren, dass ihr Kind geht.
Wenn das Ende so nah am Anfang liegt..