Leben retten und so


Oft habe ich über das Wort Rettungsdienst nachgedacht. „retten“ bedeutet jemanden aus einer misslichen Situation zu befreien und der Dienst ist meiner Meinung nach nicht nur eine Arbeit sondern eine Berufung.
Soviel dazu.

Und dann gibt es diese Einsätze, bei denen mir klar wird, was genau dieses Wort bedeutet.
Wenn ich diesen Mann mit der Diagnose „hypersensive Entgleisung“ im Auto habe und der Blick auf das EKG und die Anamnese mir verrät, dass es sich um einen richtigen Infarkt handelt.
Oder die ältere Dame, die nur Schmerzen im Bein angibt, ich aber sehe, dass der Oberschenkel prall und dick ist und weiß, welche Blutmenge einbluten kann.
Und dann ist da das Kind, das der Mama helfen wollte und sich die heiße Teekanne über den gesamten Oberkörper und die Oberschenkel geleert hat und ich mir in diesem Moment viel lieber ein schreiendes, agitiertes Kind wünsche als dieses apathische Kleinkind.

Und als ich höre, dass die Dame auf beiden Füßen nach Hause geht, der Kleine im Sommer badet und niemand fragen muss, warum seine Haut so verunstaltet ist und der Mann jetzt wieder sein geliebtes Fahrrad fahren kann, dann weiß ich was Rettungsdienst heißt.

Das ist „Leben retten“. Nicht „und so“

2 Gedanken zu “Leben retten und so

Kommentar verfassen (mit dem Absenden stimmst du der Datenschutzerklärung zu)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.