Was ist das? Kleine Medikamentenkunde (1)

Die meisten Medikamente im Rettungsdienst liegen in der i.v.- Version vor. Somit können die Medikamente, die benötigt werden, über einen Venenkatheter direkt im die Blutbahn eingeschwemmt werden und wirken schneller als z.B. oral eingenommene Medikamente wie Tabletten. Denn würde jemand bspw. Schmerzmittel benötigen, würde es sehr seine Geduld strapazieren, würde er warten müssen, bis die Tabletten anschlagen.
Zudem halten einige Rettungsdienst weitere Medikamente zusätzlich zu intravenösen Medikamente vor.
Hier möchte ich euch einige wichtige und oft verwendete Medikamente vorstellen.
Bewusst halte ich die Gruppen allgemein und werde nicht auf spezifische Klassifizierungen eingehen. Dieser Post soll nur einen Überblick über die gängigsten Medikamente geben.

Schmerzmittel: Novalgintropfen kennen die meisten, dieses Medikament wird auch als Ampulle bei Schmerzzuständen vorgehalten.
Zudem gibt es Medikamente wie Ketanest, Aspirin (das jedoch eher im anderen Zusammenhang verwendet wird) und die Betäubungsmittel.

Beruhigungsmittel: oft sind die Menschen aufgeregt, wenn sie im RTW behandelt werden. Andere brauchen gerade den RTW, weil sie aufgeregt, aggressiv sind und wiederum andere haben eine Grunderkrankung, die mithilfe dieser Beruhigungsmittel behandelt wird.
Als Beispiel: Dormicum (Midazolam), Diazepam (auch als Rektiole bei Kindern verwendbar), das nach meiner Meinung nach wunderbare Tavor (eines der wenigen Medikamente, welches auch als Tablette in vielen RTWs/NAWs vorgehalten wird).

Schlafmittel: hier sind Medikamente gemeint, die benutzt werden, um eine Narkose zu machen. Zusätzlich zu den Beruhigungsmittel, welche auch als Schlafmittel benutzt werden können, halten viele Rettungsdienste Propofol, die sogenannte „Jackson-Milch“ vor. Dieses Medikament und auch andere haben eine stark einschläfernde Wirkung und werden zur Narkoseeinleitung benutzt.

Kreislaufmittel: diese allgemeine Kategorie beinhaltet alle Medikamente, die auf eine Weise auf den Herz-Kreislauf wirken. Zuallererst soll der All-rounder Adrenalin genannt werden. Ganz klassisch bei Reanimationen verwendet, kommt er auch bei verschiedenen anderen Notfällen zum Einsatz.
Dann gibt es noch andere Medikamente, die ebenfalls den Puls steigern, andere wirken direkt herzkraftsteigernd und wiederum nächste, welche dafür sorgen, dass der Puls etwas langsamer wird: zum einen der Klassiker Metoprolol (blockiert Rezeptoren), aber auch das Mittel der Wahl bei einem Kammerflimmern, Cordarex (Amiodaron).
Zudem gibt es Medikamente, welche den Blutdruck senken, hier wird oft Urapidil/Ebrantil eingesetzt (und als off-lable-use das wahrscheinlich allen bekannten Nitro-Spray).
Zusätzlich gibt es noch die „ganz harten Kreislaufmittel“, da zählen die sogenannten Katecholamine dazu. Je nach Vorhaltung findet man im Rettungsdienst Arterenol oder Dopamin. Diese stark den Kreislauf unterstützende Medikamente werden meist über eine Spritzenpumpe verabreicht um eine genau Dosis einzustellen.

Anti-Spuck-Mittel: ganz wichtig, denn im RTW fahren die meisten Patienten rückwärts und vielen anderen wird dabei schlecht. Da greift das altbekannte Vomex ganz gut. Zudem halten manche auch Paspertin (MCP) oder Kevatril (Granisetron, wird oft in der Chemotherapie verabreicht) vor.

Infusion und Sauerstoff: die ersten Medikamente im Rettungsdienst. Oft hilft nur eine Infusion und der Blutdruck steigt schon ohne Kreislaufmittel leicht an.

Notwendiger Nachsatz: die Nennung der Medikamente stellt weder eine Einnahmequelle für mich dar noch dient sie als Werbung etwaiger pharmazeutischer Unternehmen.
Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und entbindet nicht vor selbstständiger Recherche und/oder persönlicher Konsultation eines geeigneten Arztes. Das Lesen der geschilderten Medikamentengruppen befähigt nicht zur Selbstmedikation und eigenständigen Therapie.

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