Eine sanfte Antwort

Dicke Luft hier. Der Gang ist eng, weil zum einem viel da steht und zum anderen viele da stehen. Patienten, Schwestern, Ärzte, Rettungsdienst. Dann noch das ganze zugehörige Material, Trage, Rollstuhl, Wäschewagen, Infusionsständer, Visitenwagen.
Und die Fragen:
„Bitte, die Infusion ist durch.“
„Der Herr in Zimmer 5 bekommt noch eine Vomex in die Infusion.“
„Wie lange muss ich noch warten?“
„Aber mein Knie tut so weh..“
„Männlich, 28, z.n. Krampfanfall, wo sollen wir hin?“

Die Schwester ist genervt, der Arzt gestresst, der Rettungsdienst verärgert und die Patienten sauer.
Am liebsten würde ich den Patienten einfach liegen lassen und weggehen. Geht mich doch nichts an, sollen die doch alle selber fertig werden.
Doch ich atme tief ein und lasse die Schwester erst mal in Ruhe. Wir lagern den Patienten um, bereiten alles zur Aufnahme vor, dem ungeduldigen Patienten von vorhin hänge ich die Infusion ab wechsle kurz paar Worte mit den andern und erkläre ihnen die Situation.
Langsam kehrt Ruhe ein, unser Melder geht und wir müssen wieder los, los ins Ungewisse, vielleicht auch ins Stressige, wir wissen es nicht.

Einige Stunden später sind wir wieder da, die Atmosphäre ist besser, die Leute ruhiger.
Während ich das Protokoll zu Ende ausfülle schaut die Schwester mich an und in ihrem Gesicht lese ich Dankbarkeit.
Mehr brauche ich nicht.
Und ich weiß: es lohnt sich. Immer.

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